Wer war Carl von Weinberg?

Carl von Weinberg (1861 – 1943) war kaufmännischer Direktor der Farbenfabrik Cassella in Frankfurt am Main–Fechenheim. Die Handelsgesellschaft Cassella war der weltweit führende Hersteller synthetischer Farbstoffe. Carl von Weinberg war ein großer Wohltäter für die Stadtteile Schwanheim und Niederrad. In Schwanheim förderte er den Aufbau der Mittelschule, die ihm zu Ehren den Namen Carl-von-Weinberg-Schule erhielt. In Niederrad förderte er die Gründung eines Waisenhauses. Als Pferdeliebhaber und Polospieler war er Mitbegründer des Gestüts Waldfried und des Frankfurter Poloclubs.

1898 erbaute er zusammen mit seiner englischen Frau Mary die Villa Waldfried im englischen Landhausstil.

Im Nationalsozialismus wurde Carl von Weinberg aufgrund seiner jüdischen Herkunft verfolgt. Er wurde gezwungen, seine Ämter in der Wirtschaft aufzugeben. Sowohl die Schule als auch die Carl-von-Weinberg-Straße wurden umbenannt. 1938 wurde er gezwungen die Villa Waldfried und seine Kunstsammlung für einen Bruchteil ihres Wertes an die Stadt zu verkaufen.

Nach dieser Enteignung ging der seit 1937 verwitwete Carl von Weinberg ins Exil zu seiner Schwester nach Italien, wo er am 14. März 1943 starb.

               Film 

Doku über Carl von Weinberg