Literatur lebendig gemacht

Hans-Willi Ohl zu Gast in der Bibliothek

Im Mittelpunkt des Lesefestes „Frankfurt liest ein Buch“ stand in diesem Jahr der zu großen Teilen in Frankfurt spielende Roman „Das siebte Kreuz“ von Anna Seghers. Vierzig Schülerinnen und Schüler der Oberstufe konnten in diesem Rahmen am 20. April 2018 den Vorsitzenden der Anna-Seghers-Gesellschaft, Hans-Willi Ohl, zu einer Veranstaltung in der Schulbibliothek begrüßen.

Herr Ohl, selbst Lehrer von Beruf, wusste die Aufmerksamkeit des Publikums mit seiner offenen Art schnell für sich zu gewinnen. Er erzählte zunächst die wichtigsten Stationen aus Anna Seghers Leben, die tatsächlich Netty Radványi hieß, aber unter ihrem Pseudonym als Autorin bekannt wurde. Auch mit Anekdoten, die sein eigenes Leben mit dem Leben und Werk von Anna Seghers verknüpften, konnte Herr Ohl aufwarten.

Im Anschluss an die Lesung ausgewählter Textstellen aus „Das siebte Kreuz“ hatten die Schülerinnen und Schüler Gelegenheit Fragen zu stellen und mit Herrn Ohl ins Gespräch zu kommen. Ausgehend von der Frage nach dem Grund für die Inhaftierung des Protagonisten Georg Heisler im Konzentrationslager Osthofen,. führte die Diskussion weiter zur Überlegung, warum viele persönlich Betroffene aus dieser Zeit lange ihr Schicksal nicht an die Öffentlichkeit brachten. In diesem Zusammenhang erzählte Ohl auch von seinem Jugendfußballtrainer, der eines Tages zu seinem Erstaunen berichtete, er sei als politischer Gefangener in Osthofen gewesen. Dies war für Herrn Ohl als jungen Erwachsenen mit ausschlaggebend für die Entwicklung seines politischen Engagements gewesen. Mit solchen weiterführenden Anmerkungen gestaltete Herr Ohl die Lesung ausgesprochen lebendig.

Für alle Beteiligten war die Veranstaltung ein eindrucksvolles Erlebnis und bei vielen wurde die Neugier auf das Buch von Anna Seghers geweckt.