Besuch im GoetheLab

19 Schüler und Schülerinnen der E-Phase. 2 Lehrerinnen. 4 Tage. 3 Themen. 2 Campusse. 1 Universität.


So würde ich es zusammengefasst beschreiben, jedoch steckt viel mehr dahinter. Im Zuge eines Projekts des GoetheLabs der Goethe Universität wurde uns die Möglichkeit geboten, uns wie Studenten zu fühlen und wissenschaftlich zu arbeiten.

Beginn war am Montag um 10 Uhr am Uni Campus Riedberg im Biologicum, welches gefühlt 1000 Gänge und Türen besaß. Dort wurden wir in einen Hörsaal geführt, wo sich unsere Betreuer für die Woche vorstellten und wir bemerkten, dass wir nicht die einzige Gruppe waren, es gab noch zwei weitere Gruppen von verschiedenen Schulen. Nachdem wir einen Fragebogen ausgefüllt hatten, der einer der Betreuerinnen zu Forschungszwecken dient, begann unser Programm mit einem Brainstorming über den Begriff der „Mobilität“, welcher vielseitiger ist, als man denkt. Anschließend daran haben wir nach einer kurzen Vorbereitungszeit eine Podiumsdiskussion über den geplanten Flughafenausbau geführt, in der einige von uns in die Rollen von Fraport Chefs, verärgerten Bürgern und Umweltschützern schlüpften.

Darauf folgend fand eine Abstimmung statt, die zeigte, dass die Mehrheit von uns im Geheimen Umweltschützer ist und somit auch gegen den Ausbau stimmte. Der Tag endete, wie er begonnen hatte, im Hörsaal mit einer abschließenden Besprechung und einem Überblick über die folgenden Tage.

Am Dienstag, welcher unter dem Thema „Biomechanik“ stand, begann unser Tag schon um 9 Uhr im Biologicum, wo die Hälfte von uns erst einmal Sprint- und Sprungtests zusammen mit zwei Sportwissenschaftlern durchführen durfte, der Muskelkater war uns sicher. Währenddessen sezierte die andere Hälfte jeweils zu zweit ein Stück Muskelfleisch vom Rind und beschäftigte sich mit dem Muskelaufbau und dort geschehenen Reaktionen. Im Laufe des Tages wechselten die Gruppen ihre Stationen und statteten auch der Physik einen Besuch ab, um Bewegungsabläufe und deren Zusammenhänge zu analysieren.

Am Mittwoch wechselten wir den Campus und erkundeten den Campus Westend, wo die Geistes- und Sozialwissenschaften beheimatet sind. Der Campus Riedberg beherbergt die Naturwissenschaften. Es hieß also neuer Campus neues Thema, nämlich die „Datenmobilität“. Zuerst beschäftigten wir uns mit dem Begriff des „Crowdsourcing“. Wir arbeiten alle unfreiwillig für Google und Co, indem wir unser Wissen mit dem Internet teilen beispielsweise mit dem Schreiben von Artikeln für Wikipedia, manche Menschen verdienen auf diese Weise sogar einen Teil oder ihren ganzen Lebensunterhalt. Danach haben wir verschiedene Apps untersucht, die uns mobiler machen sollen. GeoCacher ist eine coole App, um langweilige Freistunden zu verbringen.

Zum Schluss haben wir das NASA-Experiment durchgeführt, das daraus bestand, Gegenstände nach Wichtigkeit zu nummerieren, die einem helfen, wenn man auf der dunklen Seite des Mondes gestrandet ist. Erst allein und dann zusammen in der Gruppe, wobei nach dem Kontrollieren mit einer Lösung herauskam, dass man in der Gruppe größere Überlebenschancen besitzt.

„Biotreibstoffe“ war das Thema unseres letzten Tages wieder in Riedberg. Den Vormittag verbrachten wir mit Experimenten rund um die Herstellung von Biotreibstoffen und dem Tragen von weißen Kitteln, echte Wissenschaftler eben. Vervollständigt wurde das Thema mit einem Blick aus der Humangeographie, welche uns mögliche Vor- aber auch Nachteile aufzeigte und uns zum Nachdenken anregte. Mit einem weiteren Fragebogen, der sich besonders auf unsere persönliche Meinung über die behandelten Themen bezog, endete unsere Zeit an der Uni und damit, unsere Illusion Student zu sein.

Ich hoffe jetzt einmal blauäugig, dass besonders viele aus der Mittelstufe meinen Text lesen und bis hierhin durchgehalten haben. Also an euch: Solltet ihr die Möglichkeit bekommen, am GoetheLab teilnehmen zu können, nutzt sie. Ich kann es euch nur empfehlen, auch einmal über den Tellerrand hinaus zu blicken.

Denise Stern, TUT Neuhaus